Reich gedeckter Blütentisch für Wildbiene, Hummel und Schmetterling

Sie sind wieder da – die beliebten Samentütchen des Projekts „BlütenMeer 2020“ der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein. Die Aktion 2019 steht unter dem Motto „Wildblumen für Insekten“ und enthält Saat von rund 50 verschiedenen Wildpflanzenarten aus Schleswig-Holstein. Völlig zu Recht nennen wir ihren Inhalt auch liebevoll „Goldstaub“, da er einige Arten enthält, die es in der freien Wildbahn nur noch ganz vereinzelt gibt und von denen die Saat sehr kostbar ist. Rund 20 Arten kommen aus der projekteigenen Arche Gärtnerei. Sie wurden dort mit viel Liebe und Leidenschaft zu den heimischen Wildpflanzen angezogen, gepäppelt und vermehrt. 

Jetzt sind Sie bereit für ein Leben in Freiheit oder besser gesagt für ein Leben in ihrem Garten. Schauen Sie auf den vielen Outdoor-Veranstaltungen der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein wie beispielsweise den Opens external link in new windowExtratouren und Froschkonzerten, dem Erlebnistag im Archepark oder auch auf den Veranstaltungen des Naturgenussfestivals wie beipsielsweise dem Picknick in Weiß vorbei.

Heide-Nelke

Die zarten Blütenblätter der Heide-Nelke (Dianthus deltoides), die übrigens auch auf den klangvollen Namen „Maiden Pink“ hört, kommen erst am Ende des Frühsommers hervor und strecken sich in leuchtendem pink der Sonne entgegen. Aber kaum sind sie da, werden sie auch gleich von Wildbienen, Schwebfliegen und Schmetterlingen besucht. Diese stark gefährdete Art kommt in der freien Wildbahn nur noch auf Sandtrockenrasen und Heiden der Geest vor. Aber auch im heimischen Garten kommt sie wunderbar zurecht und die Insekten fliegen drauf. 

Wundklee

Sonnengelbe Blütenblätter verheißen jede Menge süßen Nektar und locken damit von Mai bis September allerlei Insekten an: von Wildbiene über Hummel, Schwebfliege bis hin zu Schmetterling und vielen anderen Blütenbestäubern. Der Wundklee (Anthyllis vulneraria) mit seiner heilenden Wirkung bei Hautabschürfungen und auch Husten ist hier bei uns in Schleswig-Holstein selten und mag es am liebsten trocken und warm. Lieblingsplätze: Wegränder, Böschungen, Steinbrüche aber auch Küstendünen.

Wiesen-Flockenblume

Da fliegen die Wildbienen, Hummeln, Schwebfliegen und auch einige Schmetterlingsarten drauf. Die lange Blütezeit bis in den Herbst hinein macht diese wunderschöne Wilde mit den lila-pinkfarbenen Blütenblättern zu einer bedeutenden Nahrungsquelle. Die heimische Wildpflanze aus der Familie der Korbblütler wächst vor allem auf Halbtrockenrasen, Wiesen und Weiden und an Wegrändern hier bei uns im Norden.

Wilde-Möhre

Diese Wildpflanze mit schleswig-holsteinischen Wurzeln gehört im Hochsommer zu den häufigsten und auffälligsten Blüten am Wegesrand. Bei Insekten steht auch sie hoch im Kurs. Wildbienen, Wanzen, Käfer und Fliegen aller Art besuchen ihre Blütenblätter ohne Pause. Und: die Raupen des Schwalbenschwanz-Schmetterlings fressen sich am Möhrenkraut satt, bevor sie sich verpuppen.

Gemeine Schafgarbe (Achillea millefolium)

Die heimische Wildpflanze ist  nicht nur bei den wolligen Vierbeinern beliebt, denen sie ihren Namen verdankt. Auch Insekten fliegen voll auf die weiß-blühende Rarität. Im Volksmund istsie auch unter dem Namen "Gänsezunge" oder "Achilleskraut" bekannt, weil ihr eine wundheilende Wirkung nachgesagt wird. Sie blüht weiß, manchmal auch rosafarben von Juni bis in den September hinein. Dabei verströmen sie einen aromatischen Duft, der Bienen und andere Insekten magisch anzieht.

Gemeine Wegwarte (Cichorium intybus)

Die Gemeine Wegwarte wird ihrem Namen absolut gerecht. Wir finden sie häufig am Wegesrand. Und: ihre himmelblauen Blüten weisen dem Wanderer ab Ende Juni bis Anfang Oktober den Weg durch Felder und Wiesen. Strauchartig wird die anspruchslose, heimische Wildpflanze, die tiefreichende Pfahlwurzeln besitzt, bis über einen Meter hoch. Die auffälligen Blüten der Wegwarte sind nur bei Sonnenschein am Vormittag und frühen Nachmittag geöffnet.

Tauben-Scarbiose (Scabiosa columbaria)

Für die schöne Wilde gibt es keine Alternative: sie braucht einen schönen, sonnigen Platz um ihre volle Schönheit zu entfalten. Ihre Blüte ähnelt einer Schale mit großen herabhängenden seidigen Blütenblättern. Sie ist ein Gaumenschmaus für die vielen hungrigen Insekten. Die Tauben-Scabiose blüht von Juli bis Oktober. Je nach Sorte leuchten sie in vielen Blau- und Violett-Tönen und in Weiß. Zur Blütenmitte hin hellt sich die Grundfarbe meist auf.

Rote Lichtnelke (silene dioica)

Die Rote Lichtnelke hat es, anders als ihre wilden Schwestern, lieber schattig. Am wohlsten fühlt sie sich auf Feuchtwiesen und Wäldern, lichten Laubwäldern in Auenwäldern und an Waldrändern. Je nasser es um ihre Füße ist, desto wärmer braucht Sie es von oben. Die auffälligen rosa Blüten sind bereits von Weitem zu sehen und dienen zahlreichen Insektenarten als Nahrung. Sie blüht von April bis Oktober.

Gewöhnlicher Natternkopf (Echium vulgare)

Die Blüten der heimischen Wildpflanze sind namensgebend: die Form der Einzelblüte soll an den Kopf einer Natter erinnern und die Staubgefäße, die aus den Blüten hängen, ähneln einer gespaltenen Schlangenzunge. Von Mai bis Oktober öffnen sie sich in einen ährenartigen Blütenstand. Anfangs sind die Blüten rosafarben bis violett, später wechseln sie zu einem kräftigen Blauton. Die leuchtende, farbenfrohe Pflanze signalisiert nicht nur Nektarreichtum, sie hat auch wirklich für jeden – von Wildbiene über Schwebfliege bis hin zum Falter – richtig viel Nektar zu bieten.

Magerwiesen-Margerite (Leucanthemum vulgare)

Die wunderschönen Weiße – steht dem allseits beliebten Gänseblümchen, der kleinen Schwester, in Sachen Bekanntheit und Beliebtheit in nichts nach. Sie streckt ihre weißen Köpfe auf den endlos langen Beinen von Mai bis Oktober der Sonne entgegen. Die wilde Schönheit mag es sonnig und warm und braucht viel Wasser. Am liebsten mag sie die Gesellschaft von Hornklee, Rot-Klee und Glockenblume. In Johannistal im Kreis Ostholstein bilden die Magerwiesen-Margeriten dank des Projekts „BlütenMeer 2020“ ein atemberaubendes Wiesen-Margeriten-Meer. Und auch an vielen anderen Standorten in Schleswig-Hosltein sind sie wieder glücklich Zuhause.

Echter Ziest (Betonica officinales)

Diese wilde Rarität hört gleich auf vier Spitznamen: Flohblume, Pfaffenblume, Zahnkraut, Zehrkraut und sie ist ein echter Tausendsassa. Zumindest was ihre ökologische Amplitude angeht. Sie kommt zerstreut auf Moorwiesen vor, auf mageren Wiesen und in Heidegesellschaften – aber auch in verschiedenartigen Waldtypen, Strauchgesellschaften und Laubwäldern. Sie mag es feucht und möglichst kalkfrei um die Füße und warm um ihren hübschen Blütenkopf. Dieser blüht meist in den schillernsten Rosé-Tönen: von blassrosa über violett bis hin zu dunkelrosa.

Schwarznessel (Ballota nigra)

Die Schwarznessel ist eine seltene heimische Wildpflanze die, wenn überhaupt noch, mit Vorliebe entlang an Zäunen und Hecken, aber auch an Straßen- und Wegrändern wächst. Als eine der wenigen Wildpflanzen verströmt sie einen sehr unangenehmen Geruch, der ihr auch die Namen „Stink-Andorn“ und „Gottesvergess“ eingebracht hat. Sie blüht von Juni bis Oktober in leuchtend-violett und rosa. Im Herbst läuft die Schwarznessel braunviolett an und riecht zunehmend unangenehmer.

Arten aus der Arche Gärtnerei


Acinos arvensis – Feld-Steinquendel

Anthyllis vulneraria – Gewöhnlicher Wundklee

Ballota nigra – Schwarznessel

Betonica officinales – Echter Ziest

Centaurea scabiosa – Skabiosen-Flockenblume

Dianthus deltoides – Heide-Nelke

Galeopsis segetum – Gelber Hohlzahn

Hieracium caespitosum – Wiesen-Habichtskraut

Hieracium laevigatum – Glattes Habichtskraut

Hieracium sabauduum – Savoyer Habichtskraut

Hypericum tetrapterum – Geflügeltes Johanniskraut

Leontodon hispidus – Rauer Löwenzahn

Ononis spinosa – Dornige Hauhechel

Origanum vulgare – Dost

Potentilla argenta – Silberfingerkraut

Pseudolysimachia long. – Langblättriger Ehrenpreis

Reseda luteola – Wilde Resede

Saponaria officinalis – Echtes Seifenkraut

Scabiosa columbbaria  - Tauben-Skabiose

Solidago virgaurea – Europäische Goldrute

Thalictrum flavum – Gelbe Wiesenraute

Weitere Arten kommen aus dem Regio-Saatgut-Handel (Rieger-Hoffmann):


Achillea millefolium – Gemeine Schafgarbe

Achillea ptarmica – Sumpf-Schafgarbe

Agrimonia procera – Großer Odermenning

Campunala rotundifilia – Rundblättrige Glockenblume

Centaurea cyanus – Kornblume

Centaurea jacea – Wiesen-Flockenblume

Cichorium intybus – Gemeine Wegwarte

Daucus carota – Wilde Möhre

Dianthus deltoides – Heide-Nelke

Echium vulgare – Gewöhnlicher Natternkopf

Galium album – Weißes Labkraut

Galium verum – Echtes Labkraut

Glebionis segetum – Saat-Wucherblume

Hypericum perforatum  - Echtes Johanniskraut

Hypochoeris radicata – Gewöhnliches Ferkelkraut

Krautia arvensis – Acker-Witwenblume

Leucanthemum vulgare – Magerwiesen-Margerite

Linaria vulgaris – Echtes Leinkraut

Lotus corniculatus – Gewöhnlicher Hornklee

Malva moschata – Moschus-Malve

Malva sylvestris – Wilde Malve

Medicago lupulina – Gemeiner Hopfenklee

Papaver argemone – Sand-Mohn

Papaver dubium – Saat-Mohn

Pastinaca sativa – Wilde Pastinake

Potentilla erecta – Echte Blutwurz

Prunella vulgaris – Kleine Braunelle

Rhinanthus serotinus – Großer Klappertopf

Scorzoneroides autumn. – Herbst-Löwenzahn

Scrophularia nodosa – Knotige Braunwurz

Silene dioica – Rote Lichtnelke

Silene latifolia – Weiße Lichtnelke

Silene vulgaris – Taubenkropf Leimkraut

Stellaria graminea – Gras-Sternmiere

Tragopogon pratensis – Wiesen-Bocksbart

Trifolium arvense – Hasen-Klee

Trifolium pratense – Wiesenklee

Verbascum nigrum – Schwarze Königskerze

Wilder Quadratmeter im eigenen Garten – eine Anleitung:

  1. Einen Quadratmeter in Ihrem Garten mit dem Spaten umgraben, so dass der Rasen untergepflügt wird und dieses kleine Stück nahezu „schwarz“ wird. Und glatt harken.

  2. Den Inhalt der Samentütchen „Wildlblumen für Insekten“ auf den vorbereiteten Boden streuen, so dass die einzelnen Samen gut verteilt sind.

  3. Anschließend den lockeren Boden vorsichtig fest treten, so dass die Samen Kontakt zum Boden und damit auch zum Wasser haben.

Je nach Witterung in der Zeit von Januar bis Ende Mai oder August bis September bei feuchter Witterung ausstreuen. Es kann es bis zu drei Wochen dauern, bis die Samen auflaufen.

Eine kurze Anleitung als PDF

Eine ausführliche Anleitung als PDF

Bodenvorbereitung:

Eine gute Saatbettvorbereitung ist schon der halbe Weg zum Erfolg. Der Boden kann mit dem Spaten, Fräse oder andere Arten der Bodenbearbeitung für die Einsaat vorbereitet werden. Flächen mit einer Vorvegetation von Quecke, Giersch, Brennnessel oder anderen konkurrenzstarken Arten schmälern die Erfolgsaussichten einer erfolgreichen Etablierung der Wildpflanzenmischungen. Eine Pflanze, die sich erst aus einem Samenkorn entwickeln muss, braucht mehr Zeit, als eine schon am Standort etablierte Pflanze mit gutem Wurzelsystem. Daher sind nicht zu nährstoffreiche, offene Bodenflächen für die Etablierung aus Saat wichtig.

Da die meisten Kräuter Lichtkeimer sind, muss die Saat oberflächig abgelegt und danach angewalzt werden für einen guten Samen-Boden-Kontakt – Schlitzsaatverfahren sind ungeeignet.

Pflege:

Eine erste Mahd ist gut zu dem Zeitpunkt, an dem die Wiesen-Margerite zu verblühen beginnt (früher Beginn der Heuernte ca. Anfang Juli). Dann erfolgt in der Regel zwei Wochen später eine Nachblüte. Im Sinne der Heuwerbung und Grünlanderhaltung fallen beim Trocknungsprozess die Samen der kurzlebigen Arten aus, so dass eine Trocknung des Mahdguts vor Ort auch aus diesem Grunde sinnvoll ist. Das Heu muss dann abgefahren werden. Für eine verwertbare Heuwerbung ist natürlich die Witterung ein entscheidender Faktor. Wenn die Mahd unterbleibt, kommt es zu vermehrter Streubildung, die konkurrenzkräftigeren Arten setzen sich durch, einjährige Arten verschwinden und Brachezeiger und Gehölze können Fuß fassen. Längerfristig kommt es in der Regel zu einer starken Abnahme der Artenvielfalt und des Blühangebotes.

Ansprechpartner

Christian Dolnik, Projektleitung
Tel. : 0431 210 90 412
E-Mail: christian.dolnik@stiftungsland.de

News

Das Wildblumen-Rettungsprojekt „BlütenMeer 2020“ der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein hat zum Ende der Auspflanz-Saison noch einmal Alles...

Weiterlesen