Die Arche Gärtnerei Eggebek ist Teil des Archepark Eggebeks, einer 20 Hektar großen militärischen Konversionsfläche, die vormals als Munitionsdepot genutzt wurde und heute dem Schutz seltener Pflanzen und Tierarten gewidmet ist. In der Archegärtnerei werden im Rahmen des Projektes BlütenMeer 2020 seltene und gefährdete heimische Wildpflanzen gezielt vermehrt. Zum einen wird eine Mutterpflanzenkultur zur Saatgutgewinnung (Regio+ Saatgut) aufgebaut, zum anderen werden Einzelpflanzen für die Auswilderung in geeignete Projektgebiete angezogen.

Wildpflanzensaatgut, Regio-Saatgut und Regio+ Saatgut

Im Bundesnaturschutzgesetzt § 40 (4) wurde 2009 festgelegt, dass in der freien Natur nur noch gebietseigenes Saatgut (sogenanntes Regio-Saatgut) verwendet werden soll (Ausnahme: Landwirtschaftliche Flächen und Siedlungsbereiche). Von der Übergangsfrist bis 2020 wird jedoch noch reger Gebrauch gemacht, so dass tatsächlich weiterhin der Großteil des in der freien Landschaft verwendeten Saatgutes gezüchtete Hochleistungsgräser (verschiedene Sorten Weidelgras, Rotschwingel etc.) und kultivierte Kräuter (zum Beispiel Spitzwegerich und Wiesen-Margerite mit besonderen Merkmalen wie schneller Keimungsfähigkeit, hoher Biomasse), aber keine Wildpflanzen zum Einsatz kommen. Für den Einsatz von Wildpflanzen aus der Region für die Region wurde im Rahmen eines DBU-Projektes ein Regio-Saatgutkonzept entwickelt, das eine Alternative zu den bisher gebräuchlichen gezüchteten Regel-Saatgut-Mischungen (RSM) vorsieht.

Deutschland wurde dazu in 22 Regionen aufgeteilt, für die jeweils eigenes Saatgut aus Wildpflanzen bereitgestellt werden soll. Seit 2014 gibt es auch eine Empfehlung zur Begrünung mit gebietseigenem Saatgut für diese 22 Regionen, in denen Artenlisten für Wildpflanzenmischungen enthalten sind. Es handelt sich dabei jeweils umrund 50 Arten, die in der jeweiligen Region weit verbreitet sind, um Florenverfälschungen zu vermeiden. Damit wird erreicht, dass zukünftig nicht mehr der gezüchtete Rotschwingel aus Kanada, sondern ein Rotschwingel aus nordwestdeutscher (Region 1) oder nordostdeutscher Herkunft (Region 3) in Schleswig-Holstein zum Einsatz kommt. Von den etwa 265 hiesigen Wildpflanzen des Grünlandes werden damit 50 häufige Arten erfasst – was passiert aber mit dem Rest? Für 121 gefährdete bis mäßig häufige Arten soll im Rahmen des Projektes BlütenMeer 2020 Saatgut vermehrt und auf den Projektflächen ausgebracht werden. Die Vermehrung wird über die projekteigene Archegärtnerei in Eggebek in Kooperation mit weiteren Gärtnereien erfolgen.

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Mutterpflanzenkultur für Wildpflanzen in Tydal

Die Vermehrung von Wildpflanzen erfolgt über sogenannte Mutterpflanzen. Dafür werden mit behördlicher Genehmigung gezielte Wildsammlungen vorgenommen. Dabei wird pro Art nur wenig Saatgut von möglichst vielen Individuen (mindestens 50) benötigt, damit ein möglichst breites genetisches Spektrum abgebildet wird, von denen dann bei mehrjährigen Arten rund 150 bis 250 Pflanzen die Mutterpflanzenkultur bilden, von denen das Saatgut geerntet wird. Dieses Saatgut steht dem Projekt als Regio+ Saatgut zur Verfügung. Nach Projektende steht das Regio+ Saatgut auch anderen Naturschutzprojekten, aber auch zur Aufwertung von Ausgleichmaßnahmen und Ökokonten zur Verfügung. Der Vertrieb von Regio+ Saatgut als Ergänzung zum Regio-Saatgut bildet dabei ein Baustein für die wirtschaftliche Tragfähigkeit der Archegärtnerei nach Ende der Projektlaufzeit im März 2020.  
Derzeit stehen der Archegärtnerei 7000 m³ als Mutterpflanzenkultur zur Verfügung. In die Vermehrung von Regio+ Saatgut sind weitere Gärtnereien mit Mutterpflanzenkulturen von Einzelarten beauftragt.

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Saatgutreinigung

Wildpflanzen haben sehr unterschiedliche Früchte und Samengrößen. Nach der Ernte der reifen Wildpflanzen in den Mutterpflanzenkulturen muss nach einer Trocknung das Saatgut gereinigt werden. Zur Saatgutreinigung gibt es verschiedene Dreschverfahren, die in der Archegärtnerei im Winterhalbjahr angewendet werden.

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Anzucht von Wildpflanzen

Wildpflanzen haben sehr unterschiedliche Keimungsstrategien und längere Keimphasen als Kulturpflanzen, die als Qualitätsmerkmal eine rasche Keimung haben. Daher ist die artgerechte Anzucht und nach Möglichkeit die Vermeidung von Selektion der schnellkeimenden Individuen einer Pflanzenpopulation die besondere Aufgabe der Archegärtnerei. Für die kontrollierte Anzucht der Wildpflanzen stehen der Archegärtnerei 120 m² überdachte Außenfläche und eine Schattenhalle zur Verfügung.

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Auspflanzaktionen

Das Team der Archegärtnerei pflanzt mehrmals im Jahr aus, wobei seltene Arten an geeigneten Standorten wieder angesiedelt werden. Die ausgepflanzten Arten sollen die Stammpflanzen der Wiederbesiedlung sein. Der Erfolg einer solchen Maßnahme ist allerdings erst dann gegeben, wenn sich neue Pflanzen am Standort etablieren konnten. Daher werden Auspflanzaktionen von einem Monitoring begleitet. Im ersten und dritten Jahr nach der Auspflanzung wird die Überlebensrate der ausgepflanzten Individuen und mögliche Neuansiedlungen überprüft.

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